SC erhält als Erster das Kinderschutz-Siegel

Schwäbische Zeitung vom 28.04.2018

Als erster der rund 1600 Vereine im Kreis Sigmaringen erhält der SC Sigmaringendorf-Laucherthal das neue Kinderschutz-Siegel des Landkreises. „Der Verein hat alle Voraussetzungen erfüllt“, sagt Hubert Schatz, Fachbereichsleiter Jugend beim Landratsamt. Den Vereinsvorsitzenden Rolf Münzer freut’s: „Mir haben alle, die bei uns im Kinder- und Jugendsport tätig sind, ein erweitertes Führungszeugnis vorgelegt“, berichtet er. Doch das allein reicht nicht, um das Siegel zu erhalten. Zusätzlich müssen die Vereine eine Vereinbarung mit dem Landratsamt abschließen und beim Jugendamt ein Präventions- und Schutzkonzept vorlegen.

Keine Privatgeschenke an Kinder, kein Duschen und Umziehen mit den Kindern, keine Geheimnisse: Diese und viele andere Punkte umfasst der Verhaltensleitfaden für Mitarbeiter des SC, der Teil dieses umfassenden Konzeptes ist. „Der SC hat das von allen Vereinen als Erster vorgelegt, der Vorsitzende war sogar persönlich hier“, sagt Barbara Latzel, Leiterin der Stabsstelle Frühe Hilfen und Kinderschutz beim Landratsamt.

800 Vereine machen Jugendarbeit

Nicht alle 1600 Vereine im Landkreis machen Jugendarbeit. „Wir gehen etwa von der Hälfte aus“, sagt Dietmar Unterricker, Leiter der Kinder- und Jugendagentur. Zwischen 50 und 60 dieser Vereine hätten bislang die Vereinbarung mit dem Landratsamt unterzeichnet. „Bei den Präventions- und Schutzkonzepten liegen uns aus dem ganzen Kreisgebiet bislang fünf vor“, sagt Barbara Latzel. Diese müssen einen sogenannten Ehrenkodex für die Vereinsmitglieder, Verhaltensregeln für die Ehrenamtlichen, die Benennung einer Vertrauensperson für den Kinderschutz sowie die nachhaltige Sensibilisierung und Qualifizierung der Ehrenamtlichen beinhalten.

SC setzt das Konzept jetzt um

Die Verantwortlichen im Landratsamt sind mit dem bisherigen Rücklauf zufrieden. „Wir machen auch keinen Druck, denn nur auf dem Papier bringt so ein Konzept gar nichts“, sagt Unterricker. „Die Vereine sollen das Thema diskutieren.“ So sieht das auch Hubert Schatz: „Uns ist die Qualität wichtig“, sagt er. „Daher haben wir auch die Ochsentour mit den Informationsveranstaltungen gemacht, bei denen wir 1000 Teilnehmer hatten.“ Letztlich setzt das Landratsamt auf die Selbstverantwortung der Vereine, und auch die Eltern könnten mit kritischen Fragen Druck erzeugen: „Ganz nach dem Motto: ,Warum habt Ihr das Siegel nicht?’“, sagt Unterricker.

Der SC setzt das Konzept jetzt um. „Zurzeit erhalten alle Mitarbeiter aus dem Kinder- und Jugendbereich einen Verhaltensleitfaden sowie ein Merkblatt über Kinderrechte und Verhaltensregeln, einen Interventionsplan und die Kontaktdaten unserer Kinderschutzbeauftragten“, sagt Münzer. Außerdem würden auch die Eltern eingebunden: Sie erhalten schriftliche Informationen.

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