Rennrad-Ausfahrt „Kandel-Runde“

Rennrad-Ausfahrt „Kandel-Runde“ der Speed-Biker am 05.08.2017

Ende Juli musste mein Junior kurzfristig zu einem Termin nach Freiburg. Da ich zu dieser Zeit ein paar Tage frei hatte, schlug ich vor ihn zu begleiten. Der Plan war in der Jugendherberge zu übernachten und am nächsten Tag eine schöne Rennrad-Tour zu unternehmen (als Vater ist man ja so uneigennützig). Leider machte uns am Folgetag das Wetter einen Strich durch die Rechnung und wir fuhren im Regen wieder nach Hause. 

Als Tour hatte ich eine Rundtour mit der Überquerung des Kandel über die legendäre Nordauffahrt vorgeschlagen. Mein Junior meinte dazu nur „Kandel? Hab ich, glaub ich, schon mal gehört.“ Ich glaubte nicht richtig gehört zu haben. Als Rennradler muss man die Kandel-Nordauffahrt einfach kennen. Er musste sich also erstmal mein Kandel-Wissen anhören:  

Der Kandel ist mit seinen 1.241 m die höchste Erhebung im mittleren Schwarzwald und der Hausberg der Stadt Waldkirch. Er wird auch als ein Fürst unter den Schwarzwaldbergen bezeichnet, da er durch seine exponierte Lage eindrucksvoller als benachbarte Berge mit vergleichbarer Höhe wirkt. Im Westen wird er vom Elztal, im Süden vom Glottertal und im Norden vom Simonswälder Tal eingeschlossen. Der Blick von der Kandelpyramide auf dem Pass ist außerordentlich und reicht über die Rheinebene, Kaiserstuhl bis hin zu den Vogesen. Bezüglich des härtesten Anstiegs im Schwarzwald gibt es unter den Rennradlern zwei sehr unterschiedliche Meinungen: die Kaltenbronner Wand im Nordschwarzwald oder eben der Kandel. Die Nordauffahrt von Waldkirch ist mit ihrer Länge von etwa 12 km,  926 hm und einer konstanten Steigung von mehr als 10 % (max. 15 %) eine echte Herausforderung und zählt ohne Frage zur Top 10 der deutschen Pässe. Da mich die Tour im Kopf nicht mehr los ließ, starteten wir 10 Tage später einen neuen Versuch. Diesmal war das Wetter besser. Unser Ausgangspunkt war der Wanderparkplatz „Thurner“ an der B500. Von dort stürzten wir uns mit den Rädern erstmal eine 12 km lange Abfahrt ins Dreisamtal nach Buchenbach hinab. Von dort rollten wir dann locker auf guten Radwegen über Stegen, Zarten und Ebnet nach Freiburg hinein. An der JuHe vorbei fuhren wir auf Nebenstraßen am nördlichen Stadtrand entlang. Die Wege waren für Radfahrer gut ausgeschildert und wir kamen problemlos durch Freiburg durch. Danach rollten wir auf topfebenen Radwegen weiter nach  Gundelfingen, Denzlingen und Waldkirch. In Waldkirch nahmen wir ruhige Nebenstraßen bis zur Kandelauffahrt. Als wir diese erreicht hatten, ging es dann gleich zur Sache, d.h. richtig steil mit 10 %. Leider war der Asphalt sehr rau und teilweise schadhaft, so dass es überhaupt nicht rollte (wann rollts schon mal gut bei 10% Steigung?). Und leider gibt es auf der schmalen Auffahrt viel lange Geradeaus-Abschnitte und nur wenige Kurven mit noch weniger Serpentinen. Das kann dann bei dieser Belastung für den Kopf irgendwann zum Problem werden.

     

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir suchten zunächst einen gleichmäßigen Rhythmus von Pedalumdrehungen und Belastung zu finden und fuhren jeder für sich die Auffahrt hinauf. Als es dann einigermaßen „rollte“ konnten wir uns auch wieder unterhalten. Es ist schon interessant über welche Themen dann gesprochen wird. Über alles, nur nicht übers Radfahren!

 

Leider war uns die tolle Aussicht auf der Kandelhöhe nicht vergönnt, da zu diesem Zeitpunkt ein paar große und dunkle Wolken über uns hin wegzogen. Gut, dass sie sich nicht über uns öffneten.  

 

Nach einem kurzen technischen Halt und dem Anziehen von Windweste und Armlingen ging es eine teils schadhafte 10 km lange Abfahrt nach St. Peter hinunter. Dort bogen wir links ab und strampelten die uns bekannte Panoramastraße über St. Märgen bis zum „Thurner“ hinauf. Hier machte uns der schräg von vorne kommende Gegenwind doch ordentlich zu schaffen.

 

 

 

 

 

 

Fazit: Zum Nachfahren unbedingt empfehlenswert (vor allem bei besserer Aussicht)

 

Daten: 82 km – 1.386 hm – 19-23 Grad/Sonne-Wolken-Mix, in Höhenlagen windig

Bericht: Thomas Jung (Speed-Biker)

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